

Besucher des Zoo Salzburg können in den nächsten Wochen die Handaufzucht dieser Vögel hautnah miterleben.
Im Eurasien Bereich des Salzburger Zoos hat das Waldrappteam.at seine Zelte aufgeschlagen. In den nächsten Wochen werden zwei Forscher 14 Waldrappküken, die im Tierpark Rosegg aus dem Ei geschlüpft sind, von Hand aufziehen. Besucher des Salzburger Zoos können die beiden Ziehväter bei ihrer faszinierenden Arbeit beobachten. Mitarbeiter des Waldrappteams stehen vor Ort für Fragen über die Arbeit des Forschungsprojektes zur Verfügung.
Seit 2002 engagiert sich das Waldrappteam für den Schutz der hoch bedrohten Waldrappe. Diese Ibisart war einst in Europa weit verbreitet. Vor rund 400 Jahren starb der Waldrapp in Europa auf Grund intensiver Bejagung aus. In Nordafrika und Vorderasien ist der Großteil der Bestände im vergangenen Jahrhundert verschwunden. Heute gibt es nur mehr rund 350 Vögel einer Kolonie in Marokko sowie rund 10 Vögel, die in Syrien brüten und Äthiopien überwintern.
In den Zoos wird der Waldrapp seit den 50er Jahren erfolgreich gehalten und nachgezüchtet. Die Bestände umfassen inzwischen fast den zehnfachen Bestand der gesamten Wildpopulation. Die Österreichische Zoo Organisation (www.ozo.at) unterstützt dieses weltweit einzigartige Forschungsprojekt finanziell und übergibt Nachkommen aus den zooeigenen Waldrappkolonien.
Waldrappe im Freiflug
Internationale Bekanntheit hat das Waldrappprojekt vor allem wegen dem Flug mit den Vögeln von Oberösterreich bis in die südliche Toskana erlangt.
Waldrappe sind Zugvögel. Normalerweise lernen Jungtiere die Zugroute in das Überwintergebiet von ihren Eltern. Vögel, die von Hand aufgezogen wurden, müssen nun von Menschen mit den nötigen Informationen ausgestatten werden. Die bislang einzige Möglichkeit dazu ist, Vögel durch menschliche Zieheltern aufzuziehen und sie darauf zu trainieren, der Bezugsperson in einem Ultraleicht-Fluggeräte zu folgen.
In einigen Wochen, kurz vor dem Flügge werden, übersiedeln die 14 Salzburger Jungvögel nach Burghausen (Oberbayern). Dort werden sie von ihren Ziehvätern trainiert, dem Leichtfluggerät nachzufliegen. Im Spätsommer werden sie dann ihren Flug in die Toskana antreten.
Der Zoo Salzburg engagiert sich aktiv für den Tier- und Artenschutz und unterstützt dieses Projekt finanziell.

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